Das Gesicht der Marke – Entwicklung und Implementierung von CI/CD im Unternehmen. Ein Vortrag von Prof. Uli Mayer-Johanssen und Klaus-Peter Johanssen
Am 23.04.2010 begrüßte die Akademie des Rat für Formgebung als Referenten die Mitgründerin und Geschäftsführerin der Agentur MetaDesign, Prof. Uli Mayer-Johanssen, sowie den Publizisten und Unternehmensberater Klaus-Peter Johanssen. Nach einer kurzen Vorstellung ihres Unternehmens ging Uli Mayer-Johanssen auf die Philosophie von MetaDesign ein: „Unternehmen, die ihre emotionale Kraft erkennen, entfalten und lenken, werden nachhaltig erfolgreicher sein.“ Dabei verstehe sich MetaDesign als Agentur, die namhafte Unternehmen wie Audi, Lufthansa oder Siemens über Jahre begleitet hat bzw. immer noch begleitet.

Im Weiteren Verlauf des mit 15 Teilnehmern voll besuchten Seminars widmeten sich die Referenten der Definition, dem Verständnis sowie der Bedeutung einer Marke. Dabei analysierten sie die derzeitigen Zustände der Märkte und erläuterten die damit verbundenen Herausforderungen. Diese bezögen sich nicht nur auf ein Produkt, sondern immer auch auf gesellschaftliche Veränderungen, wie Klaus-Peter Johanssen verdeutlichte. Johanssen hatte lange Zeit eine Führungsposition im Ölkonzern Shell inne und in dieser Funktion die Anpassung der Produkte an eine Gesellschaft im Bedürfniswandel der 80er und 90er Jahre verantwortet. Der größte Wandel in der heutigen Zeit bestehe so Johanssen darin, die veränderten Aufmerksamkeitsstrukturen der Menschen zu erkennen und eine Präsenz in ihren Köpfen und Herzen zu erlangen.

Uli Mayer-Johanssen vertiefte den Argumentationsstrang und verwies auf die derzeitigen Erkenntnisse, dass das Zeitalter der Emotion ausgerufen sei und Gefühle fünfmal so stark bewertet würden wie der Verstand. Im weiteren Verlauf ihrer Präsentation folgte sie dieser Argumentation und kam zu dem Schluss, dass das Image eines Unternehmens unter Umständen wichtiger sein könne als sein Produkt. Diese Erkenntnis vertieften beide Referenten anschaulich an den Beispielen Audi, Das MoMA in Berlin und Commerzbank.

Sie betonten, dass im Corporate Design einer Unternehmung die Vision, die Idee sowie die Haltung sichtbar werden müssten. Denn nur so werde sie greif- und nachvollziehbar und erst dann ermögliche ein Corporate Design Orientierung, Identifizierung und Differenzierung. Beim Betrachter entstehe ein widerspruchsfreies Bild, wenn Handlungen, kommunikative Botschaften und visuelle Umsetzung ein konsistentes Bild ergäben. Dies erfordere eine Harmonisierung der Strategie (Vision, Idee, Positionierung etc.) mit dem Design und der Kommunikation.

Zum Erfolgsfaktor innere Kommunikation verdeutlichten sie, dass die Marke auch im Hinblick auf die Mitarbeiter eine große Bedeutung habe.
Denn die Mitarbeiter seien wichtige Multiplikatoren und die maßgebliche Kraft hinter einem Produkt oder einer Dienstleistung. Sie seien es, die die Marke zu wesentlichen Teilen formten. Somit müssten sie befähigt werden, ihre Marke zu verstehen, zu leben und schließlich zu vermitteln.
Fazit
Unternehmen, die Markenbildungsprozesse gezielt nutzen, um Kommunikationsimpulse nach innen zu setzen, schaffen einerseits Vertrauen und ermöglichen Orientierung, andererseits vermitteln sie den Mitarbeitern eine gemeinsame Vorstellung vom Unternehmen und seiner Zukunft.
Wir bedanken uns noch einmal sehr herzlich bei Prof. Uli Mayer-Johanssen und Klaus-Peter Johanssen für ihre fundierte und faktenreiche Präsentation sowie bei allen Teilnehmern für ihr großes Engagement.
Referenten: Prof. Uli Mayer-Johanssen, Klaus-Peter Johanssen
Projektmanagement und Koordination: Rat für Formgebung, Judith Stuntebeck
Nachbericht und Bilder: Rat für Formgebung, Marco Metternich

