Interview mit Jury-Mitglied:

Richard Gaul


Kommunikationsberater
und Gesellschafter

Am 08. Mai 2015 endet die Anmeldephase zum internationalen Marken- und Designwettbewerb. Kurz vor der Jurysitzung haben wir Richard Gaul – Kommunikationsberater und Jurymitglied drei Fragen zu Markenpflege und Trends in der Automobilbranche gestellt.

Würden Sie kurz erläutern, welchen Stellenwert eine Award-Auszeichnung, wie der Automotive Brand Contest, in einem modernen Marketing-Mix Ihrer Einschätzung nach hat?

Solche Auszeichnungen sind – nach wie vor – in der Kommunikation für eine Marke/für ein Produkt sehr wertvoll: Kann man doch mit solchen Auszeichnungen, vergeben von einer neutralen Institution/Jury, die Kernbotschaften einer Marke gewissermaßen beweisen.


Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren für eine überzeugende Markenarbeit in der Automobilbranche?

Essenziell für überzeugende Markenarbeit ist generell vor allem eines: Kontinuität und Nachhaltigkeit. Eine Marke entsteht und entwickelt sich über viele Jahre, ihr Wert muss immer weiter gepflegt werden. Eine Marke übernimmt man von seinen Vätern und gibt sie weiter an seine Söhne (um die politischen Korrektheit willen: natürlich auch von seinen Müttern und gibt sie weiter an seine Töchter…). In der Pflege einer Marke muss man darum in Generationen denken und fühlen – und nicht in Jahren. Dies gilt dann für die besonders prominenten Marken der Automobilindustrie im Besonderen. 


Im Herbst 2015 findet wieder die IAA in Frankfurt statt. Welche Trends im Automobilbereich kommen Ihrer Meinung nach auf uns zu?


Neben den allgemeinen Trends der Automobilindustrie, die schon die letzten Jahre und Jahrzehnte bestimmt haben – Umweltverträglichkeit, soziale Akzeptanz, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung – dürften im Herbst drei Trends zu beobachten sein 

  • Die Assistenz-Systeme wachsen zusammen und die Automobile werden sich dem "autonomen Fahren" annähern (auf Jahrzehnte hinaus nur in Teilbereichen, weil die Infrastruktur natürlich erst geschaffen werden muss);
  • Ein Schlagwort wird "Connectivität" heißen – das Automobil wird verbunden sein mit der weiten Welt des Internet und all seinen Facetten (das gilt vermutlich für ALLE Lebensbereiche auch, vom Wohnen bis zum Arbeiten, – aber wie so oft wird es beim Automobil dann auch verstanden…);
  • Und man wird sich kommunikativ sehr auf scheinbar "neue Wettbewerber" (z.B. Google/Apple und Co.) konzentrieren. Die haben, mitunter mit großer Naivität, das Automobil als neues Spielfeld entdeckt…

     

Vita

Nach dem Studium der Volkswirtschaft und Politik war Richard Gaul zunächst 16 Jahre als Journalist tätig.
Letzte berufliche Stationen: 1985 - 1989 Leiter Hauptabteilung "Presse" der BMW AG, München; seit 1989 Leiter Bereich "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" der BMW AG, München; seit 2000 zusätzlich zu der Leitung des Bereichs "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" Übernahme der Verantwortung für die politischen Büros in Berlin/Bonn, Brüssel, London und Washington sowie der "politischen Kommunikation" - Leiter "Konzernkommunikation und Politik". 
Senior Counselor der American Academy in Berlin; Mitglied des Senats bei acatech, Deutsche Akademie für Technikwissenschaften; Mitglied des Senats beim Bundesverband Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft; Mitglied im Verwaltungsrat von Mediatenor (Zürich).

Seit Januar 2007 selbstständiger Kommunikations- und Investmentberater - Gesellschafter der "Zehle-Gaul-Communications GmbH“ (Berlin). 

Direktkontakt:

Frau Miriam Höpfner