Die German Design Award - Newcomer

Die Jury des German Design Award 2014 hat sich für fünf junge Designer entschieden, die durch außergewöhnliche Leistungen und ihr kreatives Potential überzeugten. Zuvor waren rund 100 Nominierungen von Vertretern deutscher Hochschulen mit Gestaltungsfakultäten eingereicht worden. 

 

Christian Zanzotti - Newcomer Gold 2014

Seit Anfang 2013 betreibt Zanzotti sein eigenes Studio, wo er Produkte im Gebiet Produkt-, Möbel- und Fahrzeugdesign entwirft. Sein Schwerpunkt liegt unter anderem auf dem Motorsport, wofür er bereits Konzeptfahrzeuge erarbeitete und sich mit Entwicklungen der Leichtbauweise beschäftigte. In diesem Bereich wurden so beispielsweise das Stadtfahrrad „Coren“ und ein E-Bike-Konzept aus Carbon angefertigt.
www.zanzotti.com 

Coren
2012
Coren ist ein aus Kohlefaser gefertigtes Stadtfahrrad. Der Rahmen besteht aus T1000 Kohlefasern mit sehr hoher Zugfestigkeit, die sonst fast ausschließlich in der Formel 1 verwendet werden. Innovativ für die Fahrradbranche sind die avantgardistische Form und das Design des Rahmens: Sehr schlanke Stangen verleihen dem Coren eine einzigartige visuelle Leichtigkeit. Das Gesamtgewicht zeigt, dass diese Leichtigkeit auch eine Tatsache ist: 6.800 Gramm.
Das Fahrrad verdankt seine einzigartige Optik besonders der Verbindung von Oberstange und Sitzstange, dem filigranen Schnitt und der einwandfreien Qualität der Materialien und der Verarbeitung.
Produkt-Design, Art Direction und Grafik von Christian Zanzotti.

 

 

E-Bike Concept
2010
Ein aus Kohlefaser gefertigtes Elektro-Fahrrad-Konzept. Erstklassige Materialien wie Kohlefaser, hochlegiertes Aluminium und Leder sind leidenschaftlich kombiniert und werden in außergewöhnlichen Formen präsentiert. Das E-Bike besteht fast ausschließlich aus Komponenten, die in Deutschland entwickelt und gefertigt wurden, und die alle mit viel Liebe zum Detail berechnet und konzipiert wurden.
Die Stromversorgung erfolgt über einen 1,2 kW CM48 V Hybrid-Motor, der mit einem 17 Ah CM48 Lithiumionen-Akku (150 Minuten volle Ladezeit und 124 Meilen maximale Reichweite) geliefert wird. Drei Fahrmodi stehen zur Verfügung: manuell, cruising (18,5-31 mph) und maximal (bis zu 62 mph). Eine kleine OLED-Display sitzt in der Front, rechts unterhalb des Lenkers, mit Informationen wie Batteriestatus, Ladezyklen und die aktuelle Geschwindigkeit.

 

 

Studio Besau-Marguerre

Die beiden Designer Eva Maguerre und Marcel Besau haben 2011 gemeinsam ein interdisziplinäres Designstudio in Hamburg gegründet. Sie arbeiten in den Bereichen Produktdesign, Visuelle Kommunikation, Editorial Design und Styling, was häufig zu außergewöhnlichen Produkten und innovativen Ideen führt. Die beiden Jungdesigner zeichnet das Kombinieren ungewöhnlicher Materialien mit einer auffallenden Farbgestaltung aus.

www.besau-marguerre.de

 

NIDO
Hockerserie aus GFK
2009
Kunde: Masson
So fragil die laserroten Hocker "Nido" von weitem auch wirken, beim Sitzen erweisen sie sich als sehr stabil. Zugleich sind sie aber mit ihren rund 900 Gramm beinahe federleicht. Das Form und Funktion so gelungen verflochten sind, verdanken die Hocker ihrer Konstruktion aus mit Harz getränkten Glasfasern. Studio Besau-Marguerre entwickelte ein Produktionsverfahren, bei dem die Fasern auf verschiedene Weise verbunden und gewickelt werden. So entstehen, ausgehend vom Grundmodell, individuelle Hocker mit unterschiedlichen Mustern und Strukturen.
Das Endprodukt spielt mit dem Gegensatz zwischen der Formbarkeit des Ausgangsmaterials und seiner Verhärtung durch den Kunstharz, denn in den fertigen Hockern bleibtder Charakter der weichen Glasfaser erhalten. Der Harz macht die Hocker zudem witterungs- und lichtbeständig - sie sind also auch für Balkon und Garten geeignet.
Text: Magazin

 

 

MOA
Korbserie aus elastischem Garn, 2010
Kunde: Petite Friture
MOA ist eine handgearbeitete Korbserie mit überraschend weicher Struktur und intensiver Farbigkeit, die traditionelle Handwerkskunst mit modernen Herstellungsprozessen vereint.
Für die Entstehung der Korbserie wurde eine vollkommen neuartige Materialkombination aus elastischem Garn und Kunstharz entwickelt, die es ermöglicht ein ehemals zweidimensionales Gewebe in eine dreidimensionale Form zu transformieren, Dabei wird jederder seriell hergestellten Körbe zu einem Unikat.
Text: M.Christina Gabriel

 

 

Jan Filek

Mit seiner Arbeit „read/ability“ fragt Jan Filek nach der Lesbarkeit von Schriften. Dazu zieht er Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften, der Lesbarkeitsforschung sowie Erfahrungen von Typographen hinzu. Entstanden ist ein Buch, das nicht nur inhaltlich das Thema Lesbarkeit bespricht, sondern auch in seinem Gestaltungskonzept visuell ansprechend und typographisch vielfältig ist.
www.janfilek.de 

read/ability
über lesbarkeit und typografie

Das Gehirn vollbringt Unglaubliches, wenn Geschriebenes gelesen wird. Lesen ist eine zentrale Kulturtechnik. Was passiert aber während des Lesens? Wie müssen die Zeichen beschaffen sein, damit wir sie erkennen? Ist Lesbarkeit messbar?
Durch die Kombination der Ergebnisse aus diesen verschiedenen Fachgebieten wird Gestaltern ein tieferes Verständnis für den Leseprozess vermittelt.
Daraus entstanden ist ein 192-seitiges Buch über Lesbarkeit und Typografie. Das Gestaltungskonzept des Buches wurde bewusst flexibel und visuell ansprechend umgesetzt, um den Zugang zu wissenschaftlicher Literatur zu erleichtern. Verschiedene Umschlagvarianten zelebrieren die Vielfalt der Typografie und ermöglichen die Personalisierung des Buches.

Diplomarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign
Fachhochschule Düsseldorf, 2012

 

 

Peter Schäfer

Peter Schäfer verknüpft in seinen Arbeiten Objekte, die uns in ihrer Funktion bekannt und gebräuchlich sind, und ihre Nutzbarkeit völlig neu. Er lässt damit eine neue Sichtweise auf sie entstehen, stört gewohnte Codes unserer Wahrnehmung und fordert den Betrachter heraus. Dies zum Beispiel mit „Tape Pot“, einem Becher aus Absperrband, oder der Arbeit „Ad Hoc“, in der Schäfer klassische Versatzstücke der Einrichtung zu einem neuen Szenario kombiniert.
www.peterschaefer.net

Ad Hoc
2007
Die Einrichtungselemente, mit denen wir unser Leben teilen, sind ihrer Funktion folgend unverrückbar konventionalisiert: Der Stuhl signalisiert Sitzen, der Tisch Stellen oder Ablegen, der Schrank Stapeln und Verstauen. Mittels eines einfachen Werkzeugs der Schraubzwinge wird dieses geordnete Neben- und Beieinander radikal außer Kraft gesetzt. Die klassischen Versatzstücke der Einrichtung werden nicht nur aus ihrem tradierten Kontext gerissen, sie werden zur Verfügungsmasse, zu einer Art Halbzeug für ein spontanes und permanent neu zu komponierendes Szenario.

Close to Home
Ad Hoc_ClimbUpSideboard
Foto: Frederik Busch

HfG Karlsruhe
Ad Hoc_HockerBack
Foto: Tina Schmid

Close to Home
Ad Hoc_NeonLuxSchreibtisch
Foto: Frederik Busch

Tape Pot
2011
Klebeband kannte man bislang vornehmlich als Verpackungs- oder als Reparaturmaterial. Es ist aber auch gleich Ton, Glas oder Flechtwerk, eine Art Rohstoff, aus dem auf einfachste Art und Weise sich alle möglichen Behältnisse, wie z.B. Schalen, formen lassen. Das Raffinierte daran ist, dass jede Schale tatsächlich ein Unikat ist - selbst dann, wenn man das rein handwerkliche Verfahren auf eine maschinelle Produktion übertragen würde.
Absperrklebeband (schwarz/gelb, rot/weiss)
22 x26 x26cm
Auflage 100 Stück

 

Kkaarrlls
Tape Pot, black/yellow striped
Foto: Philipp Radowitz

 

Kkaarrlls
Tape Pot, red/white striped
Foto: Philipp Radowitz

Cedric Vilim

Cedric Vilim verbindet in seinen Arbeiten oft Fotografie und Grafik. Mit der Fotodokumentation „Weite Suchen“, für die er durch den Osten Deutschland reiste, wagt er einen Versuch, die Ambivalenz zwischen der Unbehaglichkeit der Leere und der Sehnsucht nach Weite und Natur auszuloten.
www.cedricvilim.com

Weite suchen
"Für meine Arbeit »WEITE SUCHEN« reiste ich 4 Monate und über 3.000 km durch Ostdeutschland, um dort die Entvölkerung infolge zunehmender Abwanderung und des demografischen Wandels zu dokumentieren.
In meiner künstlerischen Auseinandersetzung geht es mir nicht nur darum, aufzuzeigen, dass sich immer mehr Dörfer und ländliche Regionen in ihrer Existenz bedroht sehen, sondern vor allem um den Versuch, die Ambivalenz zwischen der Unbehaglichkeit der Leere und der Sehnsucht nach Weite und Natur auszuloten."
Cedric Vilim

 

 

Kunst als Negation
Bei der Arbeit »Kunst als Negation« handelt es sich um die Dissertation des Kunst und Medientheoretikers Lars Mextorf, die im Verlag Silke Schreiber erschienen ist.
Inhaltlich beschäftigt sich die Arbeit mit der Minimal Art, einer Kunstform, die sich im Gegensatz zum Abstrakten Expressionismus mit seinem impulsiven und gestischen Ausdruck besonders dadurch auszeichnet, ihre Wirkung vor allem über die Materialästhetik, das Verhältnis der Objekte zum Raum, die Lichtwirkung und die streng reduzierte Ordnung zu erzielen.
Die Aufgabe war es, ein Buchobjekt zu schaffen, das die charakteristischen Eigenschaften der Minimal Art in der Gestaltung sichtbar macht und dem Leser dabei einen hohen Nutzwert bietet.

 

 

DER GERMAN DESIGN AWARD IST DER PREMIUMPREIS DES RAT FÜR FORMGEBUNG UND NICHT IDENTISCH MIT DEM VOM BUNDESMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE AUSGESCHRIEBENEN DESIGNPREIS DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND.