Jurysitzung

Am 07. Juli 2011 prämierten die Juroren des ersten Automotive Brand Contest 114 Gewinner und vergaben an 13 Wettbewerbsteilnehmer die Auszeichnung „Best of Best“. Darüber hinaus erhielten drei Einreichungen den Sonderpreis der Jury „Special Mention“. In den Kategorien Innovation of the Year, Team of the Year, Brand of the Year und Agency of the Year zeichneten die Juroren jeweils einen Gewinner aus. Hier finden Sie einige Eindrücke von der Jurysitzung:

 

 

Jürgen Lewandowski, Buchautor und freier Journalist

„Ich freue mich sehr, Teil der Jury beim Automotive Brand Contest zu sein. Wir haben hier erstmalig die Möglichkeit, die gesamte Bandbreite der Innovationskraft, Kreativität und der hohen Ingenieurskunst der Automobilbranche innerhalb eines Wettbewerbs zu beurteilen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich freue mich auf eine spannende und sicher auch herausfordernde Juryarbeit.“



Jürgen Lewandowski war nach seinen Studium der Germanistik und Anglistik und Lehrjahren bei auto, motor und sport vom Herbst 1977 an Ressortleiter Technik bei der Zeitschrift hobby, bevor er von 1979 bis Ende 2000 als Ressortleiter »Auto und Verkehr« zu der Süddeutschen Zeitung nach München ging. Seitdem arbeitet er als Berater für die Ganske Verlagsgruppe und den Jahreszeiten-Verlag in Hamburg und als Autor und Korrespondent für mehrere Publikationen weltweit, darunter die NZZ am Sonntag sowie RAMP und TVdirekt. Dazu ist er an der Entstehung der Auto-Filme beim NZZ-Fernsehformat beteiligt.

Prof. Andrea Lipp, Hochschule Reutlingen, Studiengang Transportation Interior Design

"Die zunehmende weltweite Verflechtung in allen Bereichen und die damit einhergehenden Veränderungen unseres sozialen Lebens lassen die Suche nach Beständigkeit und das Bedürfnis nach Neudefinition vorhandener Werte immer mehr in den Vordergrund rücken. Damit spielen Markenwerte und -identitäten zunehmend eine Rolle als Möglichkeit der Orientierung und Identifikation. Mit der wachsenden sozialen, medialen und auch mobilen Vernetzung gewinnt das Auto als Arbeits- und Lebensraum für den Kunden an Bedeutung. So sehen sich die Designer der Automobilbranche der steigenden Verantwortung gegenüber, mit nachhaltigen Lösungen dem Kunden neue Werte und Orientierungsmöglichkeiten anzubieten. Dabei lebt die Umsetzung und Akzeptanz guten Designs nicht nur von herausragender fachlicher Brillanz, sondern auch wesentlich von guter Kommunikation. Mit den vielfältigen modernen medialen Möglichkeiten hat die Markenkommunikation heute neue Arbeitsmittel an der Hand, die mit innovativem Design geschaffenen Werte zu vermitteln und dem Kunden dauerhaft erlebbar zu machen. Hier freue ich mich mit Spannung auf die kreativen Ergebnisse der Einreichungen, die wir mit Sicherheit erwarten dürfen.“



Andrea Lipp studierte Produktdesign an der Hochschule für Kunst und Design – Burg Giebichenstein Halle. Nach ihrem Diplom 1991 arbeitete sie zunächst bei Bombardier Transportation in Berlin und dann bei IFS Designatelier ebenfalls in Berlin. Von 1997 bis 2006 war Lipp Leiterin Design Interior bei Neoplan Bus. Seitdem ist sie als frei Designerin für MAN Truck & Bus sowie für Viseon Bus tätig. Andrea Lipp ist seit 2006 Professorin für Transportation Interior Design an der Hochschule Reutlingen, 2010 wurde sie darüber hinaus Studiendekanin des Fachbereiches.

Dietmar Mühr, Geschäftsführer PLEX GmbH

„Es ist absolut konsequent, diesen neuen Automotive Brand Contest aus Deutschland heraus auszuloben, denn über Jahre hinweg sind Deutsche Automarken weltweit die beliebtesten. Deutsche Autos wecken Begehrlichkeit – in Europa, USA und nun auch in Indien, Russland und besonders in China. Ihr Besitz signalisiert rund um den Globus: Ich hab’s geschafft! Das ist größtenteils zurückzuführen auf die Designstrategie und die Markenpflege, dann erst kommen Technik und Qualität. Automobilhersteller überall auf der Welt müssen sich dieser Herausforderung stellen. Die Chinesische Zentralregierung fordert gar von den deutschen Herstellern neuerdings „mehr Entwicklungshilfe“ für die heimischen Marken – der Automotive Brand Contest kann ein Stück Entwicklungshilfe sein, denn er ist die klare Aufforderung: nehmt die Herausforderung an! Deshalb bin ich auf die internationalen Beteiligungen, besonders auch aus Asien gespannt. Sehr gespannt bin ich weiterhin auf Beiträge der Zulieferer. Diese Innovationstreiber liefern schon 70% der Wertschöpfung in der Autoindustrie. Versuche eines Ingredient Branding à la Intel Inside werden von den großen Automarken nicht gern gesehen, denn sie gefährden den Glanz der eigenen Marke. Dennoch, es wird eine Konzentration auf wenige, mächtige Zulieferer geben, die selbstverständlich als Marke sichtbar sein wollen. Ein Thema also, das zu spannenden Kontroversen Anlass gibt.“



Dietmar Mühr studierte Visuelle Kommunikation und Ausstellungsdesign an der Universität der Künste in Berlin. 1982 arbeitete er an der ersten Ausstellung von „Memphis“ in Berlin mit. Nach seinem Diplom und der Ernennung zum Meisterschüler war er von 1987 bis 1990 als künstlerischer Mitarbeiter an der UdK- Berlin tätig. Parallel dazu arbeitete er als Projektleiter im Ausstellungsdesignbüro von Prof. L. Thürmer. 1990 gründete er mit Dominika Hasse, Bruno Bakalovic und Oliver Mühr die K/PLEX GmbH. 1996 erfolgte die Gründung von aPLEX corporate architecture in Berlin. Im Jahre 2000 wurde die Agentur in PLEX GmbH umbenannt. Von 2003 bis 2005 war Dietmar Mühr  als Vorstandsmitglied im media.net berlinbrandenburg tätig. Seit 2003 ist er darüber hinaus Vorstandsvorsitzender im IDZ Internationalen Design Zentrum Berlin e.V.

Wolfgang Peters, freier Journalist

„Ohne Design gibt es keine Marke und ohne Markeninhalt gibt es nur schlechtes Design: Stil und Auftritt einer Marke prägen in ihrer Gesamtheit die Produkte. Und diese werden nur akzeptiert, wenn ihr Design die Authentizität der Marke verdeutlicht und ihre Kerneigenschaften kommuniziert. Nur dann werden Marke, Produkt und Design zu einer Einheit. Deshalb ist es wichtig, Autohersteller noch mehr als bisher anzuspornen, im Bemühen um diese Einheit nicht nachzulassen. Elektronische Komfortdetails kann jeder Hersteller beim Zulieferer einkaufen. Autos zu bauen, deren Authentizität nicht in Frage steht, ist schon schwieriger. Deshalb ist ein Automotive Brand Contest sehr nötig.“



Wolfgang Peters hat in München Zeitungswissenschaften, Neuere Geschichte und Theaterwissenschaften studiert. Danach war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bundeswehrhochschule in München. Während der Semesterferien war Peters zunächst Hospitant und dann freier Mitarbeiter in der Redaktion der Zeitung für Frankfurt. Seit Oktober 1977 war er in diesem Ressort der F.A.Z. Redakteur. Im Februar 1982 wechselte er  zum Motorteil und zur Wirtschaftsredaktion. Seit Januar 2000 war Wolfgang Peters für die Beilage Technik und Motor der F.A.Z. und seit September 2001 für Motor/Technik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verantwortlich. Ende Januar 2011 ging Wolfgang Peters in den Ruhestand.

Prof. Jochen Pläcking, Geschäftsführer kleinundpläcking group GmbH

„Die Welt der Automobilmarken ist die Königsklasse der Markenführung und des Marketing. Denn keine andere Branche hat es bisher geschafft, eine so hohe Identifikation zwischen Marke und Markennutzer herzustellen. Man identifiziert sich mit seiner Automobilmarke und umgekehrt wird man mit ihr identifiziert. Die Anschaffung eines Automobils ist bei den meisten Menschen die zweitgrößte Investition im Leben. Nach dem Eigenheim. Jeder kann sehen, welches Auto man fährt. Daraus entwickelt sich automatisch ein Statusdenken. Und zwar in beide Richtungen. Natürlich ist es ein Status, ein großes teures, schnelles Auto zu fahren. Aber es ist auch ein Status, genau dieses nicht zu tun. Und das ist international, je nach Reife der Märkte und nach den verschiedensten Mentalitäten in verschiedenen Kulturgebieten sehr unterschiedlich. Dazu kommt, dass die Entwicklungs- und Vorlaufzeiten beim Automobil sehr lang sind. Von der ersten Idee bis zur Markteinführung können bis zu 10 Jahre vergehen. Und heute voraus zu sagen, was im Jahre 2021 richtig ist für die Weltmärkte, das ist eine Kunst. Das gilt für Technologien, Positionierungen genauso wie für Design oder Vertriebsstrategien.



Jochen Pläcking ist ausgebildeter Werbe-Kaufmann, studierte an der WAH, Werbefachliche Akademie Hamburg  und arbeitete  20 Jahre als Kreativer (Text) in Werbeagenturen. In den 80iger Jahren wechselte er als Creativ Director von der Werbeagentur Leonhardt & Kern auf die Kundenseite und wurde Leiter der Marketingkommunikation der FIAT Automobil AG. Dort war er für die Marken FIAT Pkw, Fiat Transporter und Lancia verantwortlich. 1989 wurde er zur Mercedes-Benz AG (heute DAIMLER AG) geholt und war dort 10 Jahre weltweit verantwortlich für die gesamte Marketing-Kommunikation von Mercedes-Benz Pkw. 1999 wurde er Chairman und CEO der Kreativ-Agentur DDB-Group-Germany, die u.a. den Volkswagen-Etat betreut. Darüber hinaus war er Vice President Europe der DDB. Seit 2005 ist Jochen Pläcking Founding Partner der Unternehmensberatung kleinundpläcking group gmbH in Berlin, Stuttgart und Zürich.

Birgit Priemer, stellvertretende Chefredakteurin auto motor und sport

vertreten durch Malte Jürgens, Geschäftsführender Redakteur auto motor und sport