Der Rat für Formgebung

Über uns

Als die Design- und Markeninstanz Deutschlands stärkt der Rat für Formgebung das gesellschaftliche Bewusstsein für Gestaltung und unterstützt Unternehmen in allen Belangen ihrer Marken- und Designentwicklung. Wir bieten ein Forum für den branchenübergreifenden Wissenstransfer und sorgen für Wettbewerbsvorteile unserer Mitglieder: unabhängig, erfahren, international.

Initiiert vom Deutschen Bundestag, gestiftet von der deutschen Industrie, gefördert von seinen Kooperationspartnern: Seit 1953 trägt der Rat für Formgebung dazu bei, Design als Wirtschaftsfaktor zu stärken.

Der Rat für Formgebung agiert als weltweit führendes Kompetenzzentrum für Kommunikation und Wissenstransfer im Bereich Design, Marke und Innovation. Mit internationalen Angeboten, Nachwuchsförderungen und Mitgliedschaften ist er Teil der globalen Design-Community und trägt seit jeher dazu bei, Austausch und Netzwerke weltweit zu etablieren.

Internationalität

»Der Rat für Formgebung engagiert sich seit seiner Gründung mit zahlreichen internationalen Aktivitäten für ein globales Netzwerk. Unsere Tochterfirma in China sowie die Zusammenarbeit mit Repräsentantinne und Repräsentanten in weiteren Ländern sind Bestandteile unserer Vision, Wissen international zugänglich zu machen und starke Netzwerke zu knüpfen. Denn nur durch internationalen Austausch können alle am Gestaltungsprozess beteiligten Kräfte profitieren. Diesem Gedanken tragen wir als Gründungsmitglied der World Design Organization seit Jahrzehnten Rechnung und werden dies im Rahmen unseres Stiftungsauftrags weiterhin tun.«
Lutz Dietzold, Geschäftsführer des Rat für Formgebung

Im Rahmen seiner Aktivitäten wie Netzwerk-Events, Kongresse, Wettbewerbe, Jurysitzungen und Expertenkreise vernetzt der Rat für Formgebung seine Mitglieder und zahlreiche weitere internationale Design- und Markenexperten/innen, fördert den Diskurs und liefert wichtige Impulse für die globale Wirtschaft.

Struktur & Aufgaben

Zu dem vielfältigen Engagement des Rat für Formgebung gehören die Nachwuchsförderung, ein umfassendes Beratungsangebot für Unternehmen zu Designstrategie, Markenführung und Innovationsentwicklung sowie die vielseitige Wissensvermittlung durch Seminare, Referate und eine Bibliothek.

  • Designförderung/Nachwuchsförderung
    • Die Zukunft gehört den Nachwuchsdesignerinnen und Nachwuchsdesignern. Sie sorgen dafür, dass Deutschland eine der erfolgreichsten Designnationen bleibt. Der Rat für Formgebung unterstützt sie mit unterschiedlichen Projekten und Initiativen: Als eines der weltweit führenden Kompetenzzentren für Kommunikation und Wissenstransfer bietet er Newcomern eine wichtige Präsentationsplattform. Er eröffnet ihnen entscheidende Netzwerke und sorgt mit Nachwuchswettbewerben für öffentliche Wahrnehmung ihrer Arbeiten.

      Mit der Stiftung Deutsches Design Museum hat der Rat für Formgebung ein eigenes Organ ins Leben gerufen, um mit Initiativen wie dem bundesweiten Schulprogramm »entdecke design« bereits Kinder und Jugendliche für Design zu begeistern. Die gemeinnützige Stiftung ist operativ tätig und fördert das Themenspektrum Design als prägendes Element von Bildung und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Mit ihrem digitalen Bildarchiv leistet sie einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung der deutschen Designhistorie: Über 42.000 Bilddatensätze, die aktuell erschlossen und digitalisiert werden, dokumentieren das Produktdesign des 20. Jahrhunderts – und werden in Zukunft öffentlich nutzbar sein.

  • Marken- und Designberatung
    • Design macht Marken erfolgreich. Der Rat für Formgebung unterstützt daher Unternehmen bei der erfolgreichen Implementierung von Marken- und Designstrategien – und sorgt mit einem umfassenden Leistungsangebot dafür, dass Design für sie zu einem Wettbewerbsvorteil werden kann. Dazu gehören die Beratung und Begleitung bei Strategie, Konzeption und Kommunikation sowie bei der Internationalisierung, die Vermittlung von Grundlagen für eine zielgerichtete Umsetzung mit Designpartnern und die Vernetzung mit den richtigen Experten. Mit Trend- und Themenstudien, Marken- und Designaudits sowie Konzepten für eine wirkungsvolle Kommunikation von Designkompetenz ist der Rat für Formgebung die erfahrene und neutrale Instanz, die Unternehmen in allen Fragen von Marke und Design unterstützt.
  • Wissen
    • Die Bereitstellung und der Austausch von Wissen gehören zu den Kernaufgaben des Rat für Formgebung. Mit einem hochkarätigen Angebot an Seminaren und Workshops, mit unseren Studien und den Aktivitäten unserer Stiftung Deutsches Design Museum sowie einer umfangreichen Bibliothek bieten wir eine in Deutschland einzigartige Plattform für Design- und Markenwissen und sorgen für Wettbewerbsvorteile unserer Mitglieder. Wir stärken das Bewusstsein für die Bedeutung von Gestaltung – und prägen den deutschen Designdiskurs maßgeblich mit.
      Außerdem versteht sich das beim Rat für Formgebung angesiedelte Institute for Design Research and Appliance (IfDRA) als Schnittstelle, Vermittler und Berater für die unterschiedlichen Exponenten aus Theorie und anwendungsorientierter Praxis.

Stiftung

Ein globales, einzigartiges Netzwerk. Der wirkungsvolle Beleg Ihrer Designkompetenz: Mehr als 350 namhafte Unternehmen unterschiedlicher Branchen nutzen bereits die Vorteile einer Mitgliedschaft in unserer Stiftung Rat für Formgebung. Sie verbindet eine große Überzeugung: Starke Marken brauchen ein starkes Design – nur in diesem Zusammenspiel lassen sich nachhaltig Gewinne erzielen und neue Märkte erobern. Hat auch Ihr Unternehmen in Markenführung und Design viel erreicht und möchten Sie diese Erfolge ausbauen? Unsere Mitgliedsunternehmen profitieren vielfach von Renommee und Angebot des Rat für Formgebung. Werden Sie Mitglied in der Stiftung Rat für Formgebung und profitieren Sie von der Allianz der Besten.

Mitglieder & Mitgliedschaft

PRÄSIDIUM 2021

Die Mitgliederversammlung wählt aus ihrem Kreis das Präsidium des Rat für Formgebung aus, dem 12 Personen angehören. Das Präsidium fällt als höchstes Gremium der Stiftung alle strategischen Entscheidungen für die Ausrichtung und Arbeit des Rat für Formgebung.

  • Prof. Mike Richter (Präsident)
    • Prof. Mike Richter ist Professor an der Hochschule Darmstadt für den Fachbereich Gestaltung und Serial Entrepreneur. Er ist Mitgründer von drei Unternehmen. Der icon group – ein internationaler Innovation Catalyst und Experience Creator. Banbutsu – ein auf das Internet der Dinge (IOT) spezialisiertes Unternehmen, und Veritas Entertainment – ein eSports-Investor. Mike Richter hat einen Abschluss in Industriedesign und einen Master-Abschluss in Design Planning.
  • Nicole Srock.Stanley (Vize-Präsidentin)
    • Nicole Srock.Stanley ist Gründerin der 1999 gegründeten dan pearlman Group, einer Gruppe inhabergeführter, strategischer Kreativagenturen. Innerhalb der Agenturgruppe ist sie als CEO der dan pearlman Markenarchitektur GmbH tätig und verantwortet übergeordnet die Bereiche Marken- und Unternehmensstrategie. Neben ihrer Tätigkeit bei dan pearlman ist Nicole Srock.Stanley Gründerin zahlreicher innovativer Unternehmen wie etwa der Climate Education GmbH. Zusätzlich engagiert sie sich im Wirtschaftsrat der Deutschen Umweltstiftung, sitzt im Beirat der Stiftung Zukunft Berlin und ist Senior Fellow des Institutes of Place Management an der Universität in Manchester.
  • Dr. Saskia Diehl
    • Dr. Saskia Diehl studierte Psychologie und Wirtschaftswissenschaften und promovierte parallel zu ihrer Tätigkeit als Unternehmensberaterin am Institut für Marken- und Kommunikationsforschung bei Prof. Franz-Rudolf Esch. In ihrer Dissertation „Brand Attachment. Determinanten erfolgreicher Markenbeziehungen“ untersuchte sie die emotionale Verbundenheit zwischen Marken und Konsumenten. Zu ihren Publikationen zählen diverse Veröffentlichungen über emotionale Markenführung. Dr. Saskia Diehl ist geschäftsführende Gesellschafterin der GMK Markenberatung und zudem Dozentin für Konsumentenverhalten & Neuromarketing an der EUFH Köln.
  • Roland Heiler
    • Roland Heiler absolvierte bei Porsche eine Ausbildung zum Technischen Zeichner und studierte am Royal College of Art in London Automotive Design. Im Jahr 2000 wurde er Chefdesigner im Porsche Styling-Studio in Huntington Beach, Kalifornien und übernahm 2002 dort die Leitung. Seit 2004 ist er CEO des Studio F. A. Porsche in Zell am See. Er vertritt die Porsche Design DNA, die sich in allen Lifestyle-Produkten – von Fashion und Sportswear über Brillen und Uhren bis zu Electronics und Schreibgeräten widerspiegelt.
  • Dr. Annemarie Jaeggi
    • Dr. Annemarie Jaeggi gilt in internationalen Fachkreisen als eine der renommiertesten Architektur- und Kunsthistorikerinnen für das 20. Jahrhundert, insbesondere durch ihre Expertise für die Epoche der Weimarer Republik mit Schwerpunkt Walter Gropius sowie im Bereich der Denkmalpflege und des Ausstellungswesens. Seit 2003 ist sie Direktorin am Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin. 
  • Dr. Petra Kiedaisch
    • Dr. Petra Kiedaisch ist Verlegerin, Kuratorin und Herausgeberin in Stuttgart. Geboren 1967, studierte Petra Kiedaisch Germanistik, BWL und Literaturvermittlung in Heidelberg, Bamberg und Washington D.C. Von 1996 bis 2011 war sie Geschäftsführerin der avedition GmbH. Hier entwickelte und produzierte sie u.a. die internationalen Jahrbücher zu Messe-, Event- und Exhibition Design, verlegte das Jahrbuch des Art Directors Club sowie zahlreiche Monografien über international erfolgreiche Gestaltungsbüros. Im Anschluss wechselte sie zum Sachbuchverlag h.f. ullmann in Potsdam, wo sie als Verlagsleiterin tätig war. Aktuell ist sie geschäftsführende Gesellschafterin der av edition GmbH und Vorstand Kommunikation des aed e.V. Publikationen bei Reclam, Niemeyer, Fink, Königshausen & Neumann, avedition, z.B.: CI & CD 4.0. Das Kompendium (2018), Szenografie. Das Kompendium (2020).
  • Leo Lübke
    • Leo Lübke, geboren 1963, studierte im Anschluss an seine Ausbildung zum Bankkaufman Industriedesign mit dem Schwerpunkt Möbeldesign an der Muthesius Universität für Design in Kiel. Er ist seit 1995 geschäftsführender Gesellschafter der COR Sitzmöbel Helmut Lübke GmbH & Co. KG, dessen alleinige Leitung er 2007 übernommen hat. Von 1997 bis 2012 war er ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter der interlübke Gebr. Lübke GmbH & Co. KG in Rheda-Wiedenbrück
  • Philipp Mainzer
    • Philipp Mainzer studierte in London Produktdesign am Central Saint Martins College of Art and Design und Architektur an der Architectural Association. 1995 mitbegründete Philipp Mainzer die Möbelmarke e15. Parallel zur Gründung von e15 praktizierte Philipp Mainzer Architektur in New York und führte dies auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland in 2001 fort. Heute ist Philipp Mainzer Kreativdirektor und geschäftsführender Gesellschafter seines Architekturbüros PHILIPP MAINZER OFFICE FOR ARCHITECTURE AND DESIGN und von e15.
  • Katrin Menne
    • Katrin Menne studierte Grafik-Design sowie Designtheorie und -management an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, der Rietveld Akademie Amsterdam und der Hochschule Pforzheim. Anschließend arbeitete sie als Consultant für Agenturen und Beratungen und betreute verschiedene Kunden vom Mittelständler bis zum Blue Chip-Konzern. Als Head of Branding verantwortete sie bis vor kurzem die Markenstrategie, das Brand Management sowie die Marken- und Innovationskommunikation bei dem Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck, seit 1. Oktober 2021 leitet sie den neugeschaffenen Bereich Brand and Research bei der Commerzbank AG.
  • Caroline Seifert
    • Caroline Seifertist Expertin im Bereich Plattformökonomien und Digitalisierung. Sie wirkte mehrfach prägend mit bei der Entwicklung technischer Neuerungen im Telekommunikations-bereich und kann auf eine langjährige, internationale Karriere in weltweit operierenden Tech Unternehmen mit Fokus auf Design, Entwicklung und Kundenerlebnis zurückblicken. Nach beruflichen Stationen bei der Deutschen Telekom als Senior Vice President Design & Customer Experience und dem indischen Telekommunikationskonzern Reliance Jio als Chief Brand & Design Officer ist sie aktuell als Unternehmensberaterin für Transformation im Aufsichtsrat der Commerzbank tätig.
  • Prof. Dr. h.c. Gorden Wagener
    • Prof. Dr. h.c. Gorden Wagener, geboren 1968, ist Chief Design Officer der Daimler AG und verantwortlich für das Design von Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans und Daimler Trucks. Nach seinem Studium des Industrial Design an der Universität Essen spezialisierte er sich am Royal College of Art in London auf Transportation Design. Bevor er 1997 bei der damaligen Daimler-Benz AG anfing, war er als Exterieur-Designer für Volkswagen, Mazda und GM tätig. 2009 erhielt er den Titel Professor honoris causa der Moholy-Nagy Universität für Kunst und Design in Budapest. 2010 wurde ihm der Titel Doktor honoris causa der Technischen Universität Sofia verliehen. Gorden Wagener leitet seit Mitte 2008 den weltweit tätigen Designbereich der Daimler AG.
  • Kristina Walcker-Mayer
    • Kristina Walcker-Mayerist seit April diesen Jahres CEO der drittgrößten deutschen Neobank NURI (vormals Bitwala). Die 34-jährige verstärkt das Fintech seit 2020, zunächst als Product Officer bevor sie vom Gründer Ben Jones den Posten als CEO übernimmt. Mit ihm zusammen definierte sie die künftige Ausrichtung des Produkts und leistete einen signifikanten Beitrag zum Abschluss der letzten Finanzierungsrunde. Bei NURI stellte sie bereits das Produkt- und Design Team neu auf, verantwortet die Produktentwicklung des Fintech-Unternehmens und wird die Unternehmensstrategie vorantreiben. Vor NURI war sie als CPO bei N26 als Produktleiterin tätig und hatte die Leitung zahlreicher Produktteams bei Zalando inne.
Geschäftsführung

Lutz Dietzold

Lutz Dietzold (*1966) ist seit 2002 Geschäftsführer des Rat für Formgebung. Zuvor war er selbstständig in der Designkommunikation tätig und verantwortete als Geschäftsführer des hessischen Designzentrums die strategische Neuausrichtung der Designförderung.

Fundiert auf seinem Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Germanistik in Frankfurt hat Lutz Dietzold langjährige Expertise in den Bereichen Design, Marke und Innovation. Sein Augenmerk gilt zudem der Förderung von Design und Designnachwuchs. Seit 2011 ist er Beiratsmitglied der Mia-Seeger-Stiftung und Mitglied im Vorstand der Stiftung Deutsches Design Museum, dessen Vorsitz er 2020 übernahm. Im selben Jahr wurde er in den Beirat des Dieselkuratoriums berufen und setzt sich dafür ein, die Vorreiterrolle wirtschaftlich erfolgreicher Innovatoren zu stärken.

Zudem engagiert sich Lutz Dietzold für die verstärkt internationale Ausrichtung des Rat für Formgebung und seines weltweiten Netzwerks von führenden Unternehmen aus Industrie und Wirtschaft. Dazu zählt der Aufbau einer Tochtergesellschaft in China.

Lutz Dietzold veröffentlicht regelmäßig Beiträge und hält national und international Vorträge zu einer Vielzahl von Themen. Daneben ist er Mitglied in zahlreichen Gremien und Jurys sowie Projektbeirat des Bundespreis Ecodesign des Bundesumweltministeriums.

X. Triennale Mailand 1954. Deutsche Abteilung, Architekt Egon Eiermann. Fotografie: Eberhard Tröger, 1954. Quelle: Historisches Fotoarchiv Rat für Formgebung.

Geschichte des Rat für Formgebung

Die Geschichte des Rat für Formgebung ist mit der Historie deutscher Designkultur eng verbunden und prägte sie entscheidend mit. Seit Jahrzehnten stärkt er die internationale Reputation deutschen Designs, belebt die Designdebatte und berät namhafte Unternehmen und Marken. Als »die Designinstanz Deutschlands« steht er heute für einen ganzheitlichen Designbegriff, der gleichermaßen kulturelle wie wirtschaftliche Werte umfasst.

 

X. Triennale Mailand 1954. Deutsche Abteilung, Architekt Egon Eiermann. Fotografie: Eberhard Tröger. Quelle: Historisches Fotoarchiv Rat für Formgebung.

Rat für Formgebung Gründungsurkunde 1953

Ein Rückblick auf 68 Jahre Designkultur

Erfahren Sie mehr über unsere Historie. Wir nehmen Sie mit auf einen kurzen historischen Rückblick zu der Entstehungsgeschichte des Rat für Formgebung.

Initiiert vom Deutschen Bundestag, 1953 als Stiftung gegründet, ist der Rat für Formgebung heute eines der weltweit führenden Kompetenzzentren für Kommunikation und Wissenstransfer im Bereich Design. Welche Persönlichkeiten und Ereignisse ihn entscheidend prägten und wie entscheidend der Rat selbst die Designgeschichte der Nachkriegszeit bis heute mit prägt, zeigt ein Blick auf seine Geschichte.

 

Genehmigungsurkunde zur Errichtung der »Stiftung zur Förderung der Formgestaltung«. 1953. Quelle: Historisches Fotoarchiv Rat für Formgebung, Frankfurt am Main.

Rat für Formgebung. Triennale Mailand 1954. Fotografie: Anton Stankowski..

1953-1956: Design als Brücke zur Welt

 Das kulturelle Deutschland: weltoffen und modern

Mit Gründung des Rat für Formgebung kommt Bewegung in die deutsche Designlandschaft. Zur Geschäftsführerin wird die deutsche Designvermittlerin und -Beraterin Mia Seeger berufen. Das erste große Projekt ist die Beteiligung an der X. Mailänder Triennale im Jahr 1954. Auf rund 500 qm wird gemeinsam mit dem Architekten Egon Eiermann eine Ausstellung entwickelt, die die Bundesrepublik Deutschland in die internationale Staatengemeinschaft reintegrieren soll. Präsentiert werden nicht nur die Entwicklungen von Industriedesign, Architektur und Kunsthandwerk, sondern auch Arbeiten der freien Kunst. Designausstellungen in aller Welt gehören in den nächsten Jahrzehnten zum Kerngeschäft des Rat für Formgebung.

 

X. Triennale Mailand 1954. Deutsche Abteilung, Architekt Egon Eiermann. Fotografie: Anton Stankowski, 1954. Mit freundlicher Genehmigung der Stankowski-Stiftung, Stuttgart. Quelle: Historisches Fotoarchiv Rat für Formgebung.

1957-1962: Dialog & Austausch

Gastfreundlich

1957 ruft der Rat für Formgebung unter der Schirmherrschaft von Ludwig Erhard erstmals einen internationalen mehrtägigen Fachkongress ins Leben. Mehr als 200 Teilnehmer finden sich ein, um über die Themen »Gute Formen schaffen und verbreiten« und »Die Verantwortung des Unternehmens für die Formgebung« zu diskutieren.

In den sechziger Jahren wird - analog zum gesellschaftlichen Diskurs - auch das Design und seine Aufgabenstellung hinterfragt. Es beginnt eine Debatte um Funktionalismus und den Wissenschaftsanspruch der Disziplin.

Zugleich wächst in der Öffentlichkeit das Interesse an gutem Design.


X. Triennale Mailand 1954. Deutsche Abteilung, Architekt Egon Eiermann. Fotografie: Anton Stankowski, 1954. Mit freundlicher Genehmigung der Stankowski-Stiftung, Stuttgart. Quelle: Historisches Fotoarchiv Rat für Formgebung.

1963-1966: Design wird ausgezeichnet

Offene Märkte

»In den fünfziger Jahren hatte die deutsche Gebrauchsgüter-Industrie hauptsächlich für den Binnenmarkt produziert und den riesigen Nachholbedarf befriedigt. In den Sechzigern öffneten sich die Märkte. Der beginnende Export war eine Herausforderung und eine Bewährungsprobe auch für das Design.«
Dieter Rams (1988-1998 Präsident des Rat für Formgebung und seitdem Ehrenmitglied).

1969 wird erstmals der »Bundespreis Gute Form« verliehen. Organisiert vom Rat für Formgebung und gestiftet vom Bundesministerium für Wirtschaft, um der wachsenden Bedeutung des Designs Tribut zu zollen.


Philipp Rosenthal präsentiert den Preisträger des Rosenthal-Studio-Preises 1966 für den Bofinger-Stuhl von Helmut Bätzner. Fotografie: Rosenthal. Quelle: Archiv Beate Reichel.

1970-1983: Ist Design messbar?

768 Kriterien

In den siebziger Jahren steht die Bewertung von Design im Vordergrund. Aber nach welchen Kriterien und Maßstäben soll man Produkte und Kommunikation bewerten? Der damalige fachliche Leiter des Rat für Formgebung, Herbert Ohl, entwickelte eigens ein ausgeklügeltes Beurteilungsverfahren, bei dem jedes eingereichte Produkt nach nicht weniger als 768 Kriterien bewertet wird. Es soll ein möglichst objektives und aussagekräftiges System zur Bewertung insbesondere von Industrieprodukten sein, deren Design die Fachpresse stärker als je zuvor Beachtung schenkt.


Bundespräsident Walter Scheel und Bundeswirtschaftsminister Dr. Hans Friderichs bei der Eröffnung des Retrospektive »Bundespreis Gute Form«, 1975. Quelle: Tätigkeitsbericht 1975. Herausgeber: Rat für Formgebung.

 

1984-2000: Über politische Grenzen hinweg

Designdialog

Seit seiner Gründung hat der Rat für Formgebung den Designdialog über politische Grenzen hinweg vorangetrieben. Die 1984 in Berlin (Ost) und Leipzig gezeigte Ausstellung »Design - Vorausdenken für den Menschen« zeigt damals, wie groß das gegenseitige Interesse an einem deutsch-deutschen Designdialog ist.

Nach dem Mauerfall 1989 folgen die Jahre der Wiedervereinigung. Deutschland wächst zusammen, langsam. Die Wanderausstellung »Formwende - Design in Deutschland« durch einige ostdeutsche Städte im Jahr 1991 verweist auf die unterschiedlichen Ansätze im Designverständnis eines jahrzehntelang geteilten Deutschlands.


Gute Form, London, 1965. Fotografie: A. Bode, 1965. Quelle: Design Council Archive, University of Brighton Design Archives. Historisches Fotoarchiv Rat für Formgebung.

2001-heute: Differenzierung der Marken und Produkte

Wettbewerb

Nach der Jahrtausendwende müssen sich die Unternehmen, ob Weltkonzern oder mittelständisch, einem nie zuvor erlebten Wettbewerb stellen und suchen, vor dem Hintergrund der zunehmenden Austauschbarkeit, nach probaten Instrumenten zur Differenzierung ihrer Marken und Produkte.

Heute gilt der Rat für Formgebung als eine der weltweit führenden Design-Institutionen. Aus dem kleinen Kreis der Gründungsstifter hat er sich zu einer einzigartigen Organisation mit zahlreichen Mitgliedern aus den Bereichen Wirtschaft, Design, Verbänden und Institutionen entwickelt. Sie alle fühlen sich einem Designbegriff verpflichtet, der geeignet ist, sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche Werte zu schaffen.

Rat für Formgebung Logoentwicklung von Anton Stankowski

Signet-Entwürfe von Anton Stankowski

Das Logo des Rat für Formgebung kann auf eine beinahe ebenso lange Tradition zurückblicken wie die Institution selbst: 1960 wurde es vom Graphikdesigner Anton Stankowski entwickelt.

»Also habe ich ein paar Entwürfe gemacht, sowohl in die eine Richtung als auch in die andere Richtung; und wir berieten dann gemeinsam, welche zu forcieren wäre. Ich stellte dabei den Aspekt in den Vordergrund, dass der Rat für Formgebung nach innen und nach außen zu wirken hatte – deswegen diese zwei Richtungen der Form.« (Anton Stankowski)

 

Signet-Entwürfe von Anton Stankowski. Mit freundlicher Genehmigung der Stankowski-Stiftung, Stuttgart

Zum Seitenanfang