
Terminal 3 in Frankfurt: Panel-Talk zeigt Rolle von Design bei komplexen Großprojekten
Der German Design Council und die IHK Frankfurt am Main starteten am 26. Februar 2026 die gemeinsame Talk-Reihe „Moving Business by Design“ im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Zur Auftaktveranstaltung kamen Vertreter*innen aus Architektur, Design, Wirtschaft und Politik zusammen, um die Rolle von Design in großen Infrastrukturprojekten und dessen Bedeutung für wirtschaftliche Entwicklung zu sprechen.
Terminal 3 zeigt, dass gutes Design nicht spektakulär sein muss – sondern präzise
Im Zentrum der Diskussion stand Terminal 3 am Frankfurter Flughafen, eines der größten Infrastrukturprojekte Europas. Das Projekt zeigt, wie Architektur, Orientierungssysteme, betriebliche Abläufe und wirtschaftliche Anforderungen zusammenwirken, wenn Design von Beginn an integraler Bestandteil der Planung ist.
Im Panel diskutierten der Architekt des Terminal 3, Prof. Christoph Mäckler, Stefanie Pudwitz (kaufmännische Geschäftsführerin der Fraport AG), Sibylle Schlaich (Managing Partner der Designagentur Moniteurs) sowie Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori. Die Moderation übernahm Carsten Knop, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Design zwischen Architektur, Betrieb und Nutzungserlebnis
Die Diskussion machte deutlich, dass Flughäfen hochkomplexe Systeme sind, in denen Design unmittelbaren Einfluss auf Nutzbarkeit, Effizienz und Erlebnisqualität hat.
Der Architekt Christoph Mäckler erläuterte, dass das Gestaltungskonzept für Terminal 3 darauf ausgerichtet ist, ruhige, gut lesbare Räume zu schaffen, die eine intuitive Orientierung ermöglichen. Materialien wie Naturstein, Stahl, Holz und Glas prägen die Architektur und sorgen für eine konsistente räumliche Identität.
„Ein Terminal ist ein Gebäude für Menschen. Entscheidend ist, dass die Technik funktioniert – nicht, dass sie inszeniert wird.“
Prof. Christoph Mäckler, Architekt des Terminal 3
Bewusst verzichtete er daher auf eine expressive Hightech-Inszenierung. Stattdessen stehen Klarheit, Zeitlosigkeit und Orientierung im Mittelpunkt. Ziel war ein Terminal, das langfristig funktioniert und Passagier*innen auch in einer komplexen Umgebung eine klare räumliche Struktur bietet
Orientierungssysteme als zentraler Bestandteil von Design
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die Bedeutung von Informationsdesign und Leitsystemen. Wayfinding-Expertin Sibylle Schlaich betonte: „Ein Leitsystem ist immer ein Zusammenspiel aus Schildern, Farben, Typografie und Piktogrammen, das Menschen durch ein Gebäude führt.“ Am Frankfurter Flughafen sind in allen drei Terminals die bekannten Piktogramme von Otl Aicher Teil des Orientierungssystems, das vom Frankfurter Studio unit-design behutsam weiterentwickelt wurde.
Neben der analogen Beschilderung spielen digitale Anzeigen, Apps und Self-Service-Systeme eine wachsende Rolle. Gemeinsam ermöglichen sie es Millionen von Passagier*innen, sich effizient durch das Terminal zu bewegen.
Design und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Auch aus Sicht des Flughafenbetreibers hat Gestaltung eine direkte wirtschaftliche Relevanz. Stefanie Pudwitz (Fraport) erklärte, dass betriebliche Prozesse, Passagierströme und kommerzielle Flächen gemeinsam mit Architektur und Raumgestaltung geplant wurden. Terminal 3 verbindet damit effiziente Abläufe und Aufenthaltsqualität.
Gerade für Umsteigepassagier*innen spielen Faktoren wie Transferzeit, Orientierung und Aufenthaltsqualität eine zentrale Rolle bei der Wahl eines internationalen Drehkreuzes.
Infrastruktur als Motor regionaler Entwicklung
Der hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori stellte an diesem Abend die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens in den Vordergrund: „Er ist mit der Entwicklung dieser Region so eng verbunden wie kaum eine andere Infrastruktur“, sagte Mansoori. Als einer der größten Arbeitsplatzmotoren Hessens prägt der Flughafen maßgeblich die internationale Positionierung Frankfurts als Finanz- und Messestandort.
Dialog für Transformation
Mit der Reihe „Moving Business by Design“ schaffen der German Design Council und die IHK Frankfurt am Main einen Raum für den Austausch zwischen Wirtschaft, Design und Politik.
Die Diskussion rund um Terminal 3 verdeutlicht, welchen Beitrag Design zur erfolgreichen Umsetzung komplexer Infrastrukturprojekte beitragen kann – und wie es wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Nutzungserlebnis und regionale Identität miteinander verbindet.
Weitere Veranstaltungen der Reihe beleuchten in den kommenden Monaten die Rolle von Design in Innovation, Technologie und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung im Kontext der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 – und zeigen, wie Gestaltung zum strategischen Faktor für Transformation und Wettbewerbsfähigkeit wird.
Die vollständige Pressemitteilung mit detaillierten Aussagen aller Redner finden Sie hier:











