Das Magazin des German Design Council
Henning Klimczak

Wie gestaltet man Marken, die Menschen wirklich bewegen?

Sherpas kennen den Berg. Das Volk aus dem Himalaya kennt die perfekte Route, nimmt Last ab und geht den Weg gemeinsam bis zum Gipfel. Genau so versteht Henning Klimczak seine Arbeit als Co-Founder und CEO von Sherpa Design – und als frisch gekürter „Creative of the Year" beim German Brand Award 2026. Mit seinem 80-köpfigen Team gestaltet er Markenidentitäten für Lufthansa, REWE, Eintracht Frankfurt und das Deutsche Rote Kreuz. Dr. Saskia Diehl hat ihn für uns gefragt, wie man Marken baut, die Menschen wirklich bewegen.  

Kapitel

00:01:12 – Henning Klimczak und die Auszeichnung „Creative of the Year"

00:02:59 – Marken als Entscheidungshilfe und emotionale Anker

00:04:47 – Warum es allein mit Haltung nicht getan ist  – Beispiel Fritz Cola

00:07:12 – Braucht eine Marke zwingend Haltung, um sich zu differenzieren?

00:08:30 – Die Gründungsgeschichte von Sherpa Design

00:15:05 – Wie Sherpa Marken entwickelt

00:19:14 – Von der Identität ins Design: Markenkompass, Markenperson und Tone of Voice

00:21:22 – Case Deutsches Rotes Kreuz: NGOs, Ehrenamt und hohe Identifikation als Herausforderung

00:27:53 – Wie man interne Skepsis überwindet

00:29:17 – KI als neues Werkzeug

00:33:02 – Wie Sherpa KI konkret einsetzt

00:34:34 – Der bewegendste Projekt-Case

00:39:25 – Was kommt als Nächstes?

00:40:56 – Was ist Klimczaks eigener Gipfel?
 

Takeaways

Marken als Entscheidungshilfe: Für Henning Klimczak sind starke Marken vor allem eines: alltägliche Orientierung. Sie helfen Menschen, Entscheidungen zu treffen – nicht weil sie laut sind, sondern weil sie klar machen, wofür sie stehen. Haltung ist dabei kein Nice-to-have, sondern die Grundlage für Differenzierung und Vertrauen.

Identität kommt von innen: Markenarbeit beginnt nicht im Konferenzraum, sondern im Unternehmen selbst. Sherpa setzt auf intensive Interviews, Beobachtungen und Gespräche mit Mitarbeitenden auf allen Ebenen – um den „Zauber”eines Unternehmens zu finden, bevor er in Design und Kommunikation übersetzt wird.

Beteiligung schafft Bindung: Ob Konzern oder NGO: Je höher die emotionale Identifikation der Menschen mit einer Marke, desto wichtiger wird ein partizipativer Change-Prozess. Das Deutsche Rote Kreuz zeigt, wie tiefgreifend Markenarbeit sein kann, wenn Hunderttausende Ehrenamtliche mitgedacht werden müssen.

KI als Werkzeug: KI demokratisiert den Zugang zu Gestaltung und erzeugt dabei oft Beliebigkeit. Klimczaks Antwort: Nicht Quantität, sondern Klarheit entscheidet. Wer weiß, wofür eine Marke steht, kann KI sinnvoll einsetzen. Wer das nicht weiß, produziert nur mehr Rauschen.
 

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