Digitaler Produktpass: Was Unternehmen jetzt wissen müssen
Was ist der Digitale Produktpass? Der Digitale Produktpass bündelt zentrale Informationen über ein Produkt und stellt sie über dessen gesamten Lebenszyklus bereit. Dazu zählen beispielsweise Material- und Herkunftsdaten, Zertifikate, Pflegehinweise, Reparaturangebote sowie Angaben zu Rücknahme und Weiterverwendung.
Damit verbindet der DPP regulatorische Anforderungen mit Kreislaufwirtschaft und Markenerlebnis. Unternehmen, die ihre Produktdaten früh strukturieren, schaffen eine belastbare Grundlage für Transparenz und Markenvertrauen.
Ab wann wird der DPP verpflichtend?
Ab Februar 2027 startet die schrittweise Einführung mit dem Batteriepass. Weitere Produktgruppen folgen, darunter Textilien, Reifen, Elektrogeräte und Waschmittel. Rechtliche Grundlage ist die neue EU-Ökodesign-Verordnung. Langfristig soll der DPP die Anforderungen aus 31 produktbezogenen Rechtsvorschriften zusammenführen – unter dem Stichwort European Product Act.
Die konkreten Anforderungen werden durch die noch ausstehenden Delegated Acts präzisiert. Für Unternehmen in Deutschland und der EU beginnt die Vorbereitung deshalb bereits jetzt: Sie müssen Datenquellen, Zuständigkeiten und Prozesse erfassen und aufeinander abstimmen.
Wie kann der DPP am Produkt verankert werden?
COR integriert den Produktpass über einen eingenähten NFC-Chip in seine Polstermöbel. Über den Chip lassen sich Produktdaten, Pflegehinweise, Zertifikate und Reparaturservices abrufen. Die Auslieferung des ersten Modells startet im September oder Oktober 2026. Die Lösung verbindet den digitalen Informationsraum mit dem physischen Produkt. Informationen stehen direkt am Möbel bereit und bleiben über dessen Lebenszyklus zugänglich.
Welche Vorteile bietet eine frühe Vorbereitung?
COR hat seine Lösung entwickelt, obwohl die finalen EU-Anforderungen noch nicht vollständig feststehen. Laut Leo Lübke, geschäftsführender Gesellschafter von COR, reagierte der Handel positiv auf den Ansatz. Die technologische Kompetenz stärkt das Markenimage und bringt Nachhaltigkeitsleistungen näher an das Produkt.
Der Bedarf an belastbaren Nachweisen wächst auch unabhängig von EU-Vorgaben. B2B-Kundinnen, etwa aus den USA, fragen laut den Referenten zunehmend Umweltproduktdeklarationen (EPDs) und weitere Nachhaltigkeitsinformationen ab.
DPP-Readiness: Welche Produktdaten sollten Unternehmen prüfen?
Ein erster Readiness-Check umfasst:
- Zertifikate und Nachhaltigkeitsnachweise
- Material- und Herkunftsdaten
- Pflege- und Reparaturhinweise
- Rücknahme- und Recyclingangebote
- Daten zu Lebensdauer und Weiterverwendung
Die Vorbereitung betrifft deshalb nicht nur Compliance und IT. Auch Produktentwicklung, Service, Kommunikation und Markenführung brauchen Zugriff auf verlässliche Produktinformationen. Früh geklärte Datenstrukturen erleichtern die Umsetzung und eröffnen neue Möglichkeiten für Transparenz und Kreislaufwirtschaft.
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Weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite Circular Design in unserem Online-Magazin „Design Perspectives".
