
Eröffnung der German Design Graduates Jahresausstellung „Make It Make Sense“
Die nächste Generation von Designer*innen setzt dort an, wo Sinn und Zweck divergieren
Von einem starken Partner über die recyclebare Ausstellungsarchitektur zu einem umfangreichen Programm: Die Ausstellung „Make It Make Sense“ versammelt vom 16. Oktober bis 29. November 2026 von 28 Hochschulen stammende Abschlussarbeiten aus Produkt- und Industriedesign, Kommunikations- und Digitaldesign sowie Textil- und Modedesign. Für die Kuration der 71 Arbeiten konnte eines der weltweit bedeutendsten Museen für angewandte Kunst gewonnen werden: Die Neue Sammlung, das Designmuseum in der Pinakothek der Moderne. Gerahmt von einer dreitägigen Workshop-Serie, wurde die Ausstellung am 15. Oktober in Anwesenheit von 800 Gästen von Prof. Dr. Angelika Nollert (Direktorin, Die Neue Sammlung – The Design Museum), Lutz Dietzold (CEO, German Design Council) und Katrin Krupka (Projektleitung, German Design Graduates) eröffnet.
Hochschulen als Orte des Erprobens
„Ein Designmuseum sammelt nicht nur Objekte, sondern auch Vorstellungen davon, was Gestaltung zu einer bestimmten Zeit leisten sollte. Abschlussarbeiten sind in diesem Zusammenhang besonders aufschlussreich, weil sich in ihnen Ideen zeigen, bevor daraus etablierte Praxis wird“, betont Prof. Dr. Angelika Nollert.
Design operiert heute in einem erweiterten Feld: Materialentscheidungen sind immer auch Ressourcenfragen, digitale Systeme verändern Autor*innenschaft und Handlungsmacht. Zugang geschieht über Interfaces und Infrastrukturen prägen Verhalten. Dieser Wandel zeichnet sich zu allererst in der Designausbildung ab: Hochschulen geben den Raum, Methoden, Rollen und Verantwortlichkeiten zu erproben, bevor sie sich darauf etablierte Praxis entwickelt. Abschlussarbeiten sind daher mehr als das Ende eines Studiums. Sie zeigen früh, welche Fragen eine Disziplin Fach neu stellt.
Design befragt die Bedingungen
„Make It Make Sense“ wurde von Katrin Krupka und Leonie Zebe (beide German Design Council) kuratiert. Vier Exponate, ausgewählt von Prof. Dr. Angelika Nollert, Dr. Caroline Fuchs, Dr. Xenia Riemann-Tyroller und Dr. Josef Straßer von der Neuen Sammlung, wurden während der Eröffnung gewürdigt und stehen beispielhaft für das, was die Gesamtheit der Arbeiten über ihren unmittelbaren Entstehungskontext hinaus leisten.
„Die Abschlussarbeiten verbindet keine gemeinsame Ästhetik und keine gemeinsame Antwort. Verbindend ist die Bereitschaft, Voraussetzungen zum Gegenstand von Gestaltung zu machen. Was gilt als selbstverständlich, effizient oder zugänglich? Welche Perspektiven fehlen in bestehenden Systemen? Hier setzt ‚Make It Make Sense‘ an.“
Katrin Krupka (Projektleitung, German Design Graduates)
Das Ausstellungsdesign stammt von Studio ttal (Andreas Lang, Tillmann Gebauer und Tobias Trübenbacher). Das Studio verfolgt einen Ansatz, der die inhaltliche Haltung der Ausstellung in den Raum übersetzt. Oberstes Prinzip dabei: Im Kreislauf denken. Die Gestalter übernehmen Keramik, Stahl und Textilien aus bestehenden Kontexten und setzen diese neu ein. Laut projektbezogener Ökobilanz spart das gegenüber einer Neuproduktion rund 9.000 kg CO₂ ein. Trübenbacher, einst selbst ein German Design Graduate, erhielt 2023 die Auszeichnung German Design Award – Newcomer of the Year.
Förderung als Infrastruktur
German Design Graduates wurde 2019 gegründet und wird seit 2022 von der German Design Council Foundation getragen. Neben den Jahresausstellungen umfasst eine digitale Plattform mehr als 2.000 Abschlussarbeiten und macht Absolvent*innen für Akteure aus Kultur, Wirtschaft und Forschung auffindbar. Workshops, Netzwerkformate und individuelle Förderangebote schaffen konkrete Begegnungen mit denjenigen, die Design beauftragen, vermitteln oder weiterentwickeln.
Auf einen Blick
- Ausstellung: „Make It Make Sense“ – German Design Graduates 2026
- Ort: Neue Sammlung – The Design Museum, München
- Laufzeit: 16. Oktober bis 29. November 2026
- Tickets und Öffnungszeiten finden Sie hier










