Liebherr VIP-Event exklusiv für die Community des German Design Council. Maria Mack, Head of Global Communication & Brand Management und Produktdesigner Jan Ctvrtnik © German Design Council
German Design Council Foundation

Salone del Mobile 2026: Drei Formate, eine Haltung

Gleich dreimal war die German Design Council Foundation beim Salone del Mobile 2026 in Mailand mit ihrer Community präsent: mit einem Members-Rundgang durch das Brera-Viertel, beim Kaldewei-Abend im historischen Palazzo Crespi und beim Liebherr VIP-Event. Ein Rückblick auf Begegnungen, die zeigten, wie Designqualität, Markenhaltung und Nachhaltigkeit heute zusammengedacht werden.

Der Salone del Mobile ist die größte Bühne der internationalen Designwelt. Die spannenderen Einblicke liefern – wie im Theater – die Orte hinter den Kulissen: Seitenstraßen, Showrooms und Palazzi der Stadt. Genau dort war die German Design Council Foundation mit ihrer Community in diesem Jahr präsent. In drei Formaten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch dieselbe Überzeugung teilen: Design denkt, wirkt, verbindet.

Stiftungsrundgang Brera: Fünf Stationen, fünf Perspektiven

Am 22. April begleiteten rund 20 Stiftungsmitglieder einen kuratierten Rundgang durch ausgewählte Showrooms im Brera-Viertel – mit direktem Zugang zu und Austausch mit den Designverantwortlichen vor Ort. Fünf Stationen, fünf Perspektiven auf die Fragen, die Design heute beschäftigen.

Bei COR machte GeschäftsführerLeo Lübke deutlich, wo Circular Design wirklich entschieden wird: nicht bei der Rücknahme am Ende der Nutzung, sondern im Entwurfsprozess selbst. Ob ein Möbelstück auf dem Zweitmarkt bestehen kann, entscheidet sich lange vor dem Erstkauf. Eine Überzeugung, die zeigt, wie konsequent Kreislaufdenken als Designaufgabe verstanden werden muss.

Bei Walter Knoll stellte CEO Markus Benz eine Frage, die so grundlegend ist, dass sie jeden Designprozess begleitet: Handwerk oder Technologie? Keine einfache Antwort. Aber die richtige Frage, um eine Debatte zu eröffnen, die in der Gruppe lange nachklang.

Wilkhahn zeigte mit dem WiChair, wie viel ein einzelnes Objekt sagen kann. Geschäftsführer Götz Stamm präsentierte den Stahlstuhl bewusst auch unlackiert, mit sichtbaren Bearbeitungsspuren – der Herstellungsprozess als Teil der Gestaltung, technisch präzise und von künstlerischer Qualität zugleich.

Gessi-Country ManagerAlexander Wolf gab Einblicke in eine Markenwelt, in der das Bad längst aufgehört hat, ein rein funktionaler Raum zu sein. Bei Gessi wird Badkultur zur sinnlichen Erfahrung – konsequent gestaltet, vom Produkt bis zur Raumwirkung.

Den Abschluss des Rundgangs bildete Bang & Olufsen: Design, Akustik, Erlebnis und C2C-Zertifizierung – ein Gespräch, das zeigte, wie weit Designverantwortung heute reicht und wie Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil einer Produktphilosophie funktioniert: nicht als Versprechen, sondern als Standard.

 

Kaldewei im Palazzo Crespi: Das Badezimmer als Ort der Zeit

Am Vorabend des Rundgangs lud Stifter Kaldewei in den Palazzo Crespi ein. In Zusammenarbeit mit dem Mailänder Design Studio Parasite 2.0 entstanden dort die Installation „Bubbles of Time". Die Gäste erlebten hier einen immersiven Ausstellungsraum, der das Badezimmer als architektonischen und kulturellen Ort begreift, von Portaluppis visionären Badentwürfen bis zur Gegenwart.

 

„Wer Produkte sehen will, geht heutzutage ins Internet.  Viel wichtiger sind das Erlebnis und die Geschichte, die eine Präsentation erzählt."
Luca Marullo Viola (Gründer, Parasite 2.0)

Beim Panel Talk in Kooperation mit den ICONIC AWARDS brachte Parasite 2.0-Mitgründer Luca Marullo Viola den Ansatz auf den Punkt: „Wer Produkte sehen will, geht heutzutage ins Internet. Viel wichtiger sind das Erlebnis und die Geschichte, die eine Präsentation erzählt." Designer Werner Aisslinger nannte Portaluppis Badentwürfe „inspirierend", seine Grundrisse „extrem fortschrittlich", sein Umgang mit Licht und Oberflächen „schlicht meisterhaft." Kaldewei selbst versteht seine Produkte als dauerhafte architektonische Elemente, gedacht für lange Nutzungszyklen statt kurzfristiger Erneuerung. Eine Haltung, die im Dialog mit Portaluppis zeitlosem Werk kaum überzeugender hätte vermittelt werden können.

Den ausführlichen Bericht zur Installation lesen Sie in unserem Online-Magazin Design Perspectives: Bubbles of Time: Badarchitektur im Dialog der Zeiten

 

Liebherr: Wenn Licht den Kühlschrank zur Designaufgabe macht

Beim Liebherr VIP-Event – exklusiv für die Community des German Design Council und der ICONIC AWARDS – gab Produktdesigner Jan Ctvrtnik in einem Keynote-Vortrag Einblicke in den Designprozess moderner Premium-Kühlgeräte. „Licht strukturiert den Innenraum des Kühlschranks und schafft Atmosphäre", erklärte er. Und meinte damit weit mehr als Ästhetik. Liebherr entwickelt Beleuchtungssysteme, die das Auge im Dunkeln nicht blenden, Leuchtwände, die den Innenraum gliedern, und Ambientelight an den Außengriffen. Je größer die Geräte, desto zentraler die Frage, wie Licht Orientierung und Großzügigkeit schafft.

Die übergeordnete Linie zog Maria Mack, Head of Global Communication & Brand Management: „Unsere Designstrategie ist Zeitlosigkeit. Der Nutzer soll sich wohlfühlen und jede Funktion als selbstverständlich erleben."

 

Drei Formate, eine Haltung

Drei Events, eine Haltung. Was die drei Formate verbindet, ist mehr als der gemeinsame Ort: Es ist die Überzeugung, dass gutes Design kein Zufall ist, sondern das Ergebnis von Haltung, Strategie und der Bereitschaft, die richtigen Fragen zu stellen.
Unser Dank gilt allen Stiftungsmitgliedern, die beim Rundgang dabei waren, sowie Kaldewei und Liebherr für die Einblicke in ihre Designarbeit.

Haben Sie Fragen zu den Member Events des German Design Council?

 
Hochscrollen