
The Eames Houses
Die Ausstellung The Eames Houses in der Triennale Milano zeigt noch bis zum 10. Mai 2026 architektonische Arbeiten von Charles und Ray Eames, die bislang weitgehend unbekannt geblieben sind. Maßstabsgetreue, begehbare Installationen des Eames Pavilion Systems treffen auf Archivzeichnungen, Filme, Fotografien und neu angefertigte Modelle von acht Wohnhäusern. Auf 800 Quadratmetern wird Architektur als kontinuierlichen Faden im Werk der Eameses sichtbar, neben Möbeln, Ausstellungsgestaltung und Film.

Vom Prototyp zum System
Das Eames Pavilion System entstand in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Kettal und basiert auf nahezu drei Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Ausgangspunkt war eine eingehende Untersuchung des Eames Office Archives, die eine überraschend umfangreiche Sammlung bislang kaum bekannter Wohnbauprojekte aus den Jahren 1945 bis 1954 zutage förderte, darunter eine Case Study House No. 8, das Entenza House sowie mehrere Entwürfe für Billy Wilder. Das daraus entwickelte System übersetzt die architektonischen Prinzipien der Eameses – kleiner Fußabdruck, maximales Volumen, rationales Raster – in ein vollständig industrialisiertes Baukastensystem. Strukturmaterialien wie Aluminium, Glas und Holz, kombiniert mit bioklimatischen Dächern und integrierter Beleuchtung ermöglichen Konfigurationen vom eingeschossigen 16-Quadratmeter-Pavillon bis zum zweigeschossigen Wohnhaus.
Archiv und Publikation
Wissenschaftliche Grundlage beider Projekte ist die von Eckart Maise kuratierte und bei Phaidon erscheinende Publikation „The Eames Houses", das erste umfassende Quellenwerk zur Wohnarchitektur von Charles und Ray Eames. Mit Textbeiträgen von Catherine Ince und Vorworten von Norman Foster sowie Eames Demetrios erscheint es ab Mai 2026.





The Eames Houses:
Charles and Ray Eames Residential Architecture
Hg. Phaidon
ISBN 9781 8372931 24
49,95 €


