
Fungi: Anarchist Designers
Anti-Design und Ko-Kreation
Kuratiert von der Anthropologin Anna Tsing und der Designerin Feifei Zhou (terriStories), versteht sich die Ausstellung „FUNGI: Anarchist Designers” als Gegenentwurf zum aktuellen Hype um Myzelprodukte. Weiße Vasen oder Dämmmaterialien aus Pilzfasern stehen nicht im Mittelpunkt. Stattdessen treten Pilze als „Anti-Designer“ auf – nicht als passive Materialien, sondern als unvorhersehbare Mitgestalter, die nur in Interaktion mit Menschen und anderen Lebewesen wirksam werden.
Pilze auf unterschiedlichen Skalen
Die Schau beleuchtet die Rolle von Pilzen von kleinsten Organismen bis zu großflächigen Plantagen – von Amphibienkrankheiten über Küchenutensilien, Krankenhausbetten und den menschlichen Verdauungstrakt bis zu Kaffee-, Bananen- und Nadelholzplantagen. Viele Arbeiten entstanden eigens für die Ausstellung in interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Künstler*innen, Anthropolog*innen, Ökolog*innen und Mediziner*innen. Besucher*innen durchlaufen Malerei, Skulptur, Multimedia-Installationen, Klangkunst und interaktive Formate, die verschiedene sinnliche Zugänge eröffnen. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit der Ökolog*innen Ivette Perfecto und Zachary Hajian-Forooshani mit dem Künstler Filipp Groubnov: Sie zeigen die Ausbreitung des Kaffeerosts in Lateinamerika und wie industrielle Monokulturen ökologische Gleichgewichte beeinflussen. Weitere Beiträge thematisieren Pilze im Kreislauf radioaktiver Kontamination nach Tschernobyl oder die Interaktion von Pilzen mit Archivmaterialien, wenn historische Dokumente von Organismen „umgestaltet“ werden.



FUNGI. Anarchist Designers
21. November 2025 – 9. August 2026
Nieuwe Instituut
Rotterdam
Niederlande











