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Katharina Sussek, Jens Müller / Studio Vista, Düsseldorf © HfG-Archiv / Museum Ulm
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Vom Logo zur Identität: Visuelle Erscheinungsbilder der Bundesrepublik

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Ob AEG, Lufthansa oder Deutsche Bank – ihre Logos sind unverkennbar. Eine neue Ausstellung im HfG-Archiv des Museums Ulm zeichnet nach, wie in Deutschland nach 1945 aus einzelnen Markenzeichen prägende visuelle Identitäten entstanden.  

Mit der Ausstellung „Vom Logo zur Identität. Visuelle Erscheinungsbilder der Bundesrepublik“ widmet sich das HfG-Archiv des Museums Ulm den Markenauftritten westdeutscher Unternehmen und Institutionen. Nach Stationen in Kyoto und Tokio ist sie vom 23. Oktober 2026 bis zum 29. März 2027 erstmals in Deutschland zu sehen. Anhand von Logos, Schriften und visuellen Systemen zeigt die Ausstellung, wie Gestalter*innen nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue visuelle Identität für die Bundesrepublik schufen. 

Visueller Neuanfang

Die systematische Entwicklung visueller Erscheinungsbilder begann in Deutschland bereits um 1900. Henry van de Velde entwarf 1896 für den Nährmittelhersteller Tropon aufeinander abgestimmte Verpackungen, Plakate und Werbemittel. Peter Behrens führte diesen Ansatz zwischen 1907 und 1914 für die AEG weiter, indem er Grafik, Produktdesign und Architektur zu einem einheitlichen Gestaltungskonzept verband. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich diese Form der Gestaltung unter veränderten politischen und gesellschaftlichen Bedingungen weiter. Im Zuge des Wiederaufbaus formte sich die visuelle Identität der Bundesrepublik neu. Unternehmen und Institutionen wollten durch einen hohen Wiedererkennungswert ihre Markenidentität stärken. Zugleich galt es, nach dem Ende des Nationalsozialismus neue gestalterische Maßstäbe zu setzen. Klare Linien, serifenlose Schriften, reduzierte Silhouetten, geometrische Formen und leuchtende Farben grenzten die Gestaltung von der NS-Ästhetik ab. Zu den prägenden Gestaltern dieser Zeit zählten Anton Stankowski, der unter anderem das Markenzeichen der Deutschen Bank oder des German Design Council entwarf, und Otl Aicher. Unter seiner Leitung entwickelte die Gruppe „E5“ der Hochschule für Gestaltung Ulm 1961/62 das systematische Erscheinungsbild der Lufthansa AG. 

Um diese Prozesse nachzuzeichnen, zeigt die Ausstellung nicht nur einzelne Entwürfe, sondern auch die visuellen Systeme, in die sie eingebettet waren. In Kooperation mit der A5 Collection aus Düsseldorf präsentiert sie Skizzen, Plakate, Drucksachen, Handbücher und weitere Originalmaterialien. Sie veranschaulichen, wie aus einzelnen grafischen Elementen umfassende Erscheinungsbilder wurden.

Die Ausstellung erzählt nicht nur ein Stück Designgeschichte der Bundesrepublik. Sie macht auch sichtbar, wie politische und gesellschaftliche Umbrüche die Anforderungen an die Kommunikation der Unternehmen und Institutionen  geprägt haben. Vor allem zeigts ie, wie die ikonischen Entwürfe nachfolgende Generationen von Grafiker*innen inspirieren können und inwiefern der demokratische Gestaltungsansatz der Nachkriegszeit aktuell wieder an Relevanz gewinnt. 

Ausstellung

Vom Logo zur Identität: Visuelle Erscheinungsbilder der Bundesrepublik

 23. Oktober 2026 –  29. März 2027 

HfG-Archiv / Museum Ulm 
Ulm, Deutschland 

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